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Die Zukunft gehört den Bildungsstädten

Botschafter des Kosovo zu Gast im Rathaus

460 KosovarInnen leben aktuell in Graz, und viele davon studieren an einer der vier Universitäten der Stadt. Die Aufnahme der Menschen aus dem von der „Geschichte schwer gebeutelten“ Land war stets herzlich. Das betonte der amtierende Botschafter der Republik Kosovo, Dr. Sabri Kiqmari, heute auch ganz deutlich bei seinem Besuch im Rathaus. „Wir wissen diese Gastfreundschaft zu schätzen und bedanken uns dafür. Graz hat uns sehr geholfen.“

Internationales Bildungsnetzwerk
 
Kiqmari berichtete von seiner Heimat, in der längste eine junge, dynamische Gesellschaft aktiv mit gestaltet und wo gerade in der zweitgrößten Stadt Prizren im Süden des Landes eine Universität errichtet wird. Die Aufnahme des universitären Betriebes ist für 1. Oktober 2010 anberaumt: „Geplant sind sieben Fachrichtungen, der Schwerpunkt liegt im Bereich Wirtschaft“, erklärte der Botschafter und knüpfte hier gleich eine Bitte um Unterstützung durch Graz an: „Es wäre für unsere StudentInnen besonders toll, wenn Grazer DozentInnen für ein Semester vortragen würden.“ Diesbezüglich fand er in Bürgermeister Mag. Siegfried Nagl einen großen Befürworter von internationalen Bildungsnetzwerken. Das Stadtoberhaupt lobte: „Sie machen das ganz richtig. Die Zukunft gehört den Städten, die auf Bildung setzen, wir helfen gerne mit.“

Pro-europäische Einstellung
 
Viel habe sich in seinem Land getan, in den vergangenen zehn Jahren, berichtete der Botschafter, der sich während seines Studiums in Deutschland perfekte Sprachkenntnisse aneignen konnte und seit Oktober 2008 in Wien tätig ist. Aber eben in den Bereichen Bildung, Landwirtschaft und Industrie bedarf es noch einer Intensivierung der Investitionen, und hier könne man von Ländern wie Österreich viel lernen. Der Kosovo, in dem heute rund 2,1 Millionen Menschen leben, sei stets pro-europäisch eingestellt gewesen und rechne mit einem EU-Beitritt in ungefähr zehn Jahren. Bis dahin wolle man mit viel Energie weiter arbeiten und sei bestrebt, die Schrecken des Krieges zu bewältigen: „Wir versuchen, den Hass so gut als möglich beiseite zu lassen.“